Ich habe vor einiger Zeit schon ein Video gesehen, in dem Steve Ballmer an der Stanford Business School sich den Fragen der Studenten stellt. Er spricht sehr viel über Microsoft, Karriere aber auch viele interessante Aussagen zu Entrepreneurship. Das Video ist so lang wie eine Vorlesung (ca. 1 Stunde). Aber es lohnt sich in jedem Fall einmal anzuschauen. Das Video gibt es auf der Webseite von Microsoft.
Archiv für die Kategorie „Entrepreneurship“
Microsoft CEO Steve Ballmer zu Entrepreneurship
Sonntag, 6. April 2008Unternehmertag 2008 am Tegernsee
Freitag, 4. April 2008Aus dem verschneiten Rottach-Egern am Tegernsee melde ich mich vom Unternehmertag 2008. Veranstalter ist Mountain Partners AG. Gestern waren hier einige ganz interessante Redner: Marc Samwer und Stefan Glänzer (last.fm). Dazu wurde eine neue Start-Up Community vorgestellt, die in ein paar Tagen online gehen soll: StartUp Connection soll Gründer und Investoren vernetzen. Also scheinen die Gerüchte, von denen Andreas sprach, wahr zu sein. Ein paar ganz interessante Start-Ups wurden vorgestellt: BuyVIP (soll angeblich besser laufen als brands4friends).
Das Event ist top organisiert. Ähnlich wie der Holtzbrinck Internet Summit: Top Hotel, Top Investoren und Top Gründer. Da macht das austauschen echt Spaß (abgesehen von dem einen oder anderen Investor). Und wenn es einem zuviel wird, geht man halte in die Sauna, wo man dann die Jungs von MyPhotobook trifft. ![]()
Guido Westerwelle kam gestern Abend auch vorbei und soll heute Vormittag eine kleine Rede halten. Bin mal ganz gespannt, was er zum Thema Unternehmertum zu sagen hat. I keep you up to date.
Gründung so leicht wie nie
Montag, 31. März 2008Ich habe eben in der Wiwo den Valley Talk von Matthias Hohensee gelesen. Im letzten Satz der Kolumne sagt er: “Nie war es leichter als heute, ein Unternehmer zu werden”. Recht hat der Mann.
Schauen wir uns mal an, was man zum Gründen so braucht:
1. Geld? Kein Problem. Privatinvestoren und Venture Capital Companies suchen händeringend nach kleinen Start-Ups wo sie ihr Geld reinpumpen können.
2. Idee? Selbst die braucht man nicht. Siehe FAZ Interview mit Oliver Samwer: “Kürzlich kam ein Gründer zu uns mit einem Vorschlag. Den fanden wir nicht so gut, aber wir haben zu ihm gesagt: Wir bezahlen dich drei oder vier Monate und suchen dir eine neue Idee. Jetzt baut er die Nachrichtenseite Webnews auf.” Eigene Idee ist natürlich besser. Da sie ja auch zu einem passen muss. Außerdem möchte ich nicht wissen, wieviel Anteile die Samwers dem Gründer von Webnews noch übrig gelassen haben.
3. Team? Gründen kann man auch alleine. Wenn es auch im Team mehr Spaß macht. Aber selbst da helfen einem die Investoren. Die haben ein gutes Netzwerk und setzen das Team dann aus Individuen mit unterschiedlichen Skill Sets zusammen. Zumindest sollte das ein guter Investor, der mit gründet, tun oder in der Lage dazu sein.
Also, bleibt fest zu halten: Geld bekommt man. Idee bekommt man. Team bekommt man. Falls die Mini-GmbH kommen sollte, wird auch noch Bürokratie abgebaut. Bleibt nur noch das nervige Finanzamt. Da sollte sich schleunigst was tun (bezüglich monatlicher Umsatzsteuer). Ansonsten, gibt es nichts mehr, was einen davon abhalten sollte zu gründen.
Wann kommt die GmbH Reform?
Montag, 24. März 2008Angekündigt war die GmbH Reform für Anfang 2008. Dann hieß es im ersten Quartal 2008, dann das zweite Quartal und jetzt lese ich auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz, dass ein “Inkrafttreten zu Beginn des dritten Quartals 2008 wahrscheinlich” ist. Okay, dann rechne ich mit Anfang 2009. ![]()
Ich fasse noch einmal kurz zusammen, was sich ändert (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
1. Herabsetzung des Mindeststammkapitals von €25 000 auf €10 000. Zur Gründung muss nur die Hälfte des Stammkapitals aufgebracht werden, also braucht man de facto nur noch €5 000 zur Gründung einer GmbH.
2. Beschleunigte Handelsregistereintragung insbesondere bei Ein-Personen GmbHs, da auf die Stellung besonderer Sicherheitsleistungen verzichtet wird.
3. Weniger Bürokratie und Notarkosten bei Standardgründungen: Wenn man eine schnelle Standardgründung (Bargründung, mit max. 3 Gesellschaftern und einem Geschäftsführer), dann gibt der Staat eine Standardformular das nicht notariell sondern nur noch öffentlich beglaubigt werden muss. Somit muss man kein Geld für Anwälte und Notare zum Fenster rausschmeißen und spart sich auch noch einen Haufen Zeit und Aufwand.
4. Mini-GmbH oder 1-Euro-GmbH: Im Gesetz heißt diese “haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft” (kurz UG), welche eine GmbH ist, die ohne bestimmtes Mindeskapital gegründet werden kann. Dafür darf aber mindestens ein Viertel des Jahresgewinns nicht ausgeschüttet werden, um so über Zeit das Mindeststammkapital von €10 000 anzusparen. Gründen kann man dann also mit €1.
In dem Magazin starting up, welches ich nicht empfehlen kann, wird gesagt: “Außerdem ist der Betrieb eines Unternehmens mit 1 Euro Stammkapital so gut wie ausgeschlossen. Jeder Unternehmensgründer sollte bei der Eröffnung seiner Unternehmensform ausreichend Stammkapital für seine Gesellschaft vorsehen”. Das ist in meinen Augen absoluter Bullshit. Denn man kann die GmbH doch mit einem Euro Stammkapital gründen. Haften tut der Gesellschafter dann nur mit diesem einen Euro. Darüber hinaus kann er der Gesellschaft doch ein Darlehen (Fremdkapital) geben, womit diese wirtschaften kann. Es muss doch kein Stammkapital (bzw. Eigenkapital) sein.
Ich finde die GmbH Reform, wenn sie denn mal endlich kommt, sehr gelungen. Die Nachfrage nach der englischen Limited dürfte dann gegen null gehen. Diese Reform wäre ein Riesen Schritt für die Unternehmer und Gründer in Deutschland und nimmt hoffentlich für viele, die mit dem Gedanken spielen zu Gründen, die Hemmschwelle.
Trotzdem sollte der Staat weiter arbeiten. Ich gebe Burkhard vollkommen Recht, dass für Gründer das Finanzamt noch zu hohe Anforderungen stellt. Er meint: “In den USA muss man unter bestimmten Voraussetzungen keine komplizierten Formulare für das Finanzamt ausfüllen, um Umsatz- und Einkommenssteuer zu melden. Wenn sich der Gründer committet, alle Zahlungstransaktionen über ein Bankkonto abzuwickeln, kann daraus eine Meldung für das Finanzamt erstellt werden, das direkt dem Finanzamt gemeldet wird. Die Bringschuld liegt jetzt beim FA und nicht mehr beim Gründer. Das wäre der erste Schritt zu einer One-Stop-Agency, damit endlich der Statt zum Servicedienstleister für den Unternehmer wird.”
The HP Way
Mittwoch, 19. März 2008Beim Aufbau eines Unternehmens haben die Gründer einen maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmenskultur. In der IT Branche duzt man sich ja vom CEO bis zum Praktikanten, es gibt eine Open Door Policy und die Leute tragen Jeans und Turnschuhe. All seinen Ursprung hat das ganze bei HP. Auf FTD.de gibt es jetzt eine 13-teilige Serie zur IT Revolution und heute habe ich den dritten Teil gelesen, der sich mit HP befasst. Teil 1 ist übrigens auch sehr interessant.
Anyway, bei HP haben Bill und Dave ihre Company in einer Garage gegründet und haben von Anfang an Wert auf eine offene Unternehmenskultur wert gelegt. Eine ähnliche Kultur findet man heute bei SAP, Google und all den anderen Gigangen aber auch bei vielen Start-Ups der IT-Szene. Für mich ist diese Unternehmenskultur, die oft unterschätzt wird, DER Erfolgsfaktor für Innovation und somit für die Nachhaltigkeit dieser Unternehmen. Laut dem FTD Artikel geht das alles auf den HP Way zurück. All denen, die den Artikel zu oberflächlich finden, kann ich wärmstens folgendes Buch empfehlen: The HP Way: How Bill Hewlett and I Built Our Company. Ist wohl heute noch Pflichtlektüre bei den HP Mitarbeitern.
Lukasz Gadowski im Interview
Dienstag, 18. März 2008Habe eben ein interessantes Interview mit Lukasz Gadowski (via Gruenderszene) gelesen und fand drei Aspekte besonders interessant.
“Viele, die heute in der Gründerszene eine Rolle spielen, haben [bei Mundwerk] 2001 als Praktikanten gearbeitet: Jan Miczaika von Hitflip, Christian Vollmann von MyVideo oder Sebastian Rieschel von Smava. Ehssan Dariani, der spätere Gründer von StudiVZ, hatte mir das Praktikum damals vermittelt.”
Ich sage es ja auch immer wieder. Ein Praktikum bei einem StartUp ist eine super Sache für die eigene Entwicklung. Verglichen mit einem Praktikum bei einem Dax Konzern oder BCG und Konsorten bekommt man Einblick in sehr viele Bereich und bekommt schon früh sehr viel (auch Personal) Verantwortung. Außerdem macht es doch viel mehr Spaß im Umfeld von jungen Leuten und in einem wachsenden Unternehmen zu arbeiten. Ich habe vor kurzem auch einen Freund, der Jura studiert, ein Praktikum bei Dawanda vermittelt. Er findet es super! Auch Raph schwärmt von seinem Praktikum bei amiando.
Weiter redet Lukasz darüber, was einen guten Gründer ausmacht: “Wille und die richtige Motivation. Man braucht Durchsetzungsfähigkeit, sogar Aggressivität. Man muss immer neue Wege finden und natürlich bereit sein, sehr viel zu arbeiten. Man muss begeisterungsfähig sein, und muss diese Begeisterung auch bei anderen wecken. Führungsstärke ist wichtig, und man muss das Produkt verkaufen können: bei Mitarbeitern und bei potenziellen Investoren.” Würde ich auch genauso unterschreiben.
In einem Punkt gebe ich ihm jedoch nicht Recht. Er sagt “ein häufiger Anfängerfehler ist, dass man mit seinen Freunden gründet. Das ist aber nicht immer gut. Auch wenn die gemeinsame Idee gut ist, fällt einem oft nach einiger Zeit auf: Freunde sind keine optimalen Gründungspartner.” Also bei Julian und mir ist es eher so, dass wir selbst überrascht sind wie gut wir uns ergänzen und im Team zusammenarbeiten. Auch das Argument, dass man einem Freund nie so die Wahrheit sagt, wie man es bei einem anderen tun würde zieht nicht. Bei uns knallts manchmal auch, dann gibt es eine Aussprache und sind einen Schritt weiter.

