Der selbstkritische Jürgen Klinsmann

17. Dezember 2009

Auch wenn ich mich schon lang nicht mehr zu Wort gemeldet habe und auch wenn ich sonst in meinem Blog nicht über Fußball rede, möchte ich meine Gedanken über Jürgen Klinsmann hier äußern, da mir das sehr auf der Zunge liegt und es einfach jetzt raus muss.


“Selbstkritsches” Interview in der FAZ

Anlass dafür ist ein Interview von Jürgen Klinsmann in der FAZ. In diesem Interview spricht er ähnlich über den FC Bayern, wie er es direkt nach seiner Kündigung bei Günther Jauch im SternTV und auch vor einigen Tagen beim RTL Jahresrückblich mit Günther Jauch getan hat.Was mich bei seinen Äußerungen mächtig stört ist, dass er ständig (in jeder TV Sendung und in jedem Interview) die Fehler für sein Scheitern beim FC Bayern bei anderen sucht. Ich habe noch nicht ein einziges Wort von ihm gelesen, wo er selbstkritisch war. Im Folgenden drei Aussagen von ihm, die er als Gründe für sein Scheitern anführt:

Schutz von Besitzständen

1. „Es gibt zwei Kategorien von Menschen. Die einen sind bestrebt, ständig zu wachsen. Die anderen treibt das Gefühl, ihren Status und die Dinge zu verteidigen, die sie aufgebaut haben. [...] Ich bin beim FC Bayern in dieser Beziehung an meine Grenzen gestoßen. Ich hatte zu viel damit zu tun, an Besitzständen zu rütteln und sie einzureißen, anstatt ruhig an der Weiterentwicklung der Mannschaft zu arbeiten.“

Zu wenig Macht

„Es war eine der Lektionen, dass ich nicht das Gewicht und die Unabhängigkeit wie beim DFB hatte“

Uli Hoeneß’ Schuld

„Wenn aber ein Manager auf der Bank sitzt und starken Einfluss auf die Mannschaft hat, Gespräche mit den Spielern führt, mit ins Trainingslager fährt und an allen Dingen nah dran ist [und diese] Konstellation [dann] zum Misserfolg [führt], bei dem es heißt, es müssen Konsequenzen gezogen werden, dann müssten sich eigentlich beide verabschieden.“

Auch in anderen Interviews und Berichten schiebt er die Schuld immer indirekt dem Vortand in die Schuhe. Der Vorstand, der ihn nicht voll unterstützt hat (Hoeneß Konter: Noch kein Trainer hatte so viel Unterstützung beim FC Bayern wie Jürgen), der Vorstand der immer seinen Status verteidigen will und sich nicht ändern will. Bullshit!!! Uli Hoeneß ist in meinen Augen extrem selbstkritisch. Er hat ja auch auf der Jahreshauptversammlung offen eingestanden, dass man mit einigen Transfers in den vergangenen Jahren nicht so gut gelegen hat.


Selbstkritik + fußballerischer Sachverstand = Klinsmann?

So und jetzt öffnen wir mal dem Jürgen die Augen. Die Logik im folgenden ist ganz einfach und kann jeder Schüler verstehen:

Saison 2007/08: Trainer Ottmar Hitzfeld. Platz 1 mit 10 Punkten Vorsprung vor Werder Bremen mit 21 Gegentoren. Ligarekord was die Gegentore betrifft.

Identische Mannschaft, kein Erfolg

Saison 2008/09: Trainer Jügen Klinsmann. Mannschaft KOMPLETT IDENTISCH bis auf eine Position: Oliver Kahn hat zusammen mit Hitzfeld aufgehört. Als Ersatz standen Rensing und Butt zur Verfügung. Butt, der unter einem Trainer wie Van Gaal nun zeigt, dass er ein verlässlicher Towart ist. Dennoch hat Klinsmann am 29. Spieltag nach einer 0:1 Niederlage gegen Schalke auf Platz 3 in der Liga gestanden, hatte bereits 37 Gegentore (1,3 Gegentore pro Spiel) und 7 Niederlagen auf dem Konto. Es folgt Jupp Heynckes der MIT DER GLEICHEN Mannschaft wie Jürgen Klinsmann aus 5 Spielen 4 Siege und ein Unentschieden holt. Mit ihm lässt die Mannschaft gerade mal ein Gegentor pro Spiel zu. Jetzt soll mir noch einer sagen, dass das nicht am Trainer lag. Der Manager war wie die 30 Jahre zuvor der Gleiche auf der Bank. Klinsmann sagt aber nun in der FAZ sagt, dass Hoeneß mit ihm hätte gehen müssen.

Fehler in der Mannschaftsführung

Wie auch der Vorstand schon gesagt hat: Jürgen Klinsmann ist nicht beim FC Bayern gescheitert, weil er seine Ideen nicht umsetzen konnte oder keine Unterstützung vom Vorstand hatte. Er ist an sich selbst gescheitert. Er wollte alles mit einmal ändern, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber viel schwerwiegender war sein Umgang mit den Spielern wie im Fall van Buyten. Laut mehrere Medien hat Jürgen Van Buyten vor einem Spiel gesagt „Du spielst nächstes Spiel“ und dann am Abend vor dem betreffenden Spiel hat er van Buyten mitgeteilt, dass er doch nicht spielt.

Podolski, Lahm und Taktik

Warum blüht ein Podolski unter Jupp Heynckes auf und warum hat er kein Selbstvertrauen unter Klinsmann? Warum stellen sich Spieler wie Philipp Lahm 2 Wochen nach der Verpflichtung von Heynckes hin und sagen, dass die Arbeit nun viel mehr Spaß mache, da man taktisch sehr viel im Training lernt. Klinsmann ist nicht nur an sich selbst gescheitert, sondern auch an seinen taktischen Fähigkeiten. Die Mannschaft hat ihn nicht mehr ernst genommen und er war völlig unglaubwürdig.

Donovan nicht mal für die Amateure

Am Rande sei noch erwähnt, dass Jürgen Klinsmann den Amerikaner Donovan verpflichten wollte, bei dem der Hermann Gerland sagt, dass er nicht mal in seiner Amateurmannschaft spielen würde. Ich würde Klinsmann unterstellen, dass er einfach keine Ahnung vom Fußball hat, auch wenn er selbst ein guter Stürmer früher war. Das heißt aber noch lange nicht, dass man eine Mannschaft aufbauen und führen kann. Bei der WM 2006 war anscheinend Jogi Löw derjenige, der die Mannschaft aufgebaut, taktisch eingestellt und geschult hat.

Jürgen Klinsmann hat meinen ganzen Respekt verloren. Er sollte anfangen die Fehler bei sich selbst zu suchen. Bevor er das nicht tut, werde ich keinen Respekt mehr für ihn haben. Mir tut jetzt schon jeder Verein oder jeder Verband leid, der einmal mit Jürgen Klinsmann zusammenarbeiten muss.

Internet-Investoren kaufen an der Börse zu

17. Mai 2009

Warum investiert jemand in ein junges Start-Up? Gründer: 20-30 Jahre. Erfahrung: So gut wie keine. Risko: Extrem groß. Renditepotential: Riesig. Aber jetzt wo die Aktienkurse fast im Keller sind, wird es sich für viele Investoren eher lohnen in liquide Aktiengesellschaften, die an der Börse gehandelt werden, zu investieren. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren sehr gute Renditen erzielt werden können, bei überschaubaren Risiken verglichen mit der Early Stage Finanzierung.

Schauen wir doch einmal, was sich die letzten Monate so getan hat:

Oliver Jung kauft Xing Aktien
Im Geschäftsbericht 2008 der Xing AG steht: “Am 22. Dezember 2008 hat Herr Oliver Jung, Pfäffikon, Schweiz, der Gesellschaft mitgeteilt, dass seine Stimmrechtsanteile an dem Unternehmen am 19. Dezember 2008 die Schwelle von 3 % überschritten haben und nunmehr 4,16 % betragen.”
Preis Xing Aktie am 22.12.2008: ca. 25 Euro
Preis Xing Aktie am 17.05.2009: ca. 30 Euro

Warum hat er investiert? Im Dezember 2008 wurde die Social Median Übernahme bekannt gegeben. Vielleicht hat er aber auch auf den Trend gesetzt, dass zum Ende des Jahres die Kurse oft steigen und wollte diesen saisonalen Effekt mitnehmen?

EFF investiert in die Abacho AG
Die Abacho AG hat einen Anteil an der Handwerksplattform MyHammer
Auch der EFF wurde im Dezember 2008 aktiv und kaufte laut Bafin 378378 Aktien zu einem Kurs von 3,70 Euro over the counter. Der Kurs ist heute bei 2, 80 Euro. Interessant dabei ist, dass Kurs, der Ende Dezember an der Börse gehandelt wurde bei knapp über einem Euro lag und er bis heute nicht über die 2,80 Euro gekommen ist. Warum kauft jemand eine Aktie für 3,70 Euro over the counter, wenn man diese für 1 Euro an der Börse bekommen kann? Put Optionen?

Gute Leute wie die Samwers und Oliver Jung haben schon investiert. Ist jetzt der Zeitpunkt aktiv zu werden?

Lesenswert: E-Commerce Leitfaden, Xing CEO im Interview

17. Mai 2009

Der neue Xing Chef Stefan Groß-Selbeck im Inteview auf Handelsblatt.com
-> Sehr interessant. Auch Xing erwischt die Krise, aber sie wird recht gut verkraftet

Neuer E-Commerce Leitfaden (via e-commerce-blog.de)
-> Download hier

Micropost: Interessanter Artikel zu Virales Marketing

8. Mai 2009

Habe so eben einen Artikel auf manager-magazin.de gelesen und fand ihn sehr interessant. In dem Artikel werden wirklich einmal, vor allem neue, kreative Ideen gegeben, wie andere Virales Marketing umgesetzt haben und es geht nicht nur um Virale Werbung, wie das die meisten Artikel tun. Der Autor versteht was von Virales Marketing.

Oliver Samwer auf dem IdeaLab 2008

5. Mai 2009

Habe eben durch Zufall ein inoffizielles Video von Oliver Samwer’s Rede vom IeaLab 2008 gefunden und mir angeschaut. Ziemlich viele interessante Punkte zählt er auf. Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall:

Link: Oliver Samwer beim IdeaLab 2008

Virales Marketing erklärt

5. April 2009

Ich habe eben zwei Videos auf YouTube gefunden, die sich mit dem Thema Virales Marketing beschäftigen. Das erste Video ist ein Beitrag aus dem heute Journal. Das fand ich ziemlich interessant erklärt, auch wenn es sich dabei um Virale Werbung handelt. Das zweite Video zeigt und erklärt Virales Marketing am Beispiel Dove.

Virales Marketing Buch nun online

31. März 2009

So, finally, endlich: Das Buch ist lieferbar bei folgenden Händlern:

- Amazon.de
- Bookya
- Buch.de
- Buecher.de
- Libri.de

und einigen mehr …

Klappentext: Sie halten dieses Buch gerade in den Händen, obwohl ich nicht einen Cent für Werbung bzw. PR bezahlt habe. Stattdessen habe ich auf Virales Marketing gesetzt. Was ist Virales Marketing und wie funktioniert es? Wie setzt man Virales Marketing um? Das sind Fragen die dieses Buch theoretisch und praktisch beantwortet. Dabei werden ausführliche Beispiele von e-Commerce Unternehmen (MyMuesli, brands4friends), von Social Networks (StudiVZ, Xing) und von elektronischen Marktplätzen (eBay und Absolventa) gegeben.

Broschiert: 124 Seiten
ISBN-13: 978-3837083811
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 0,7 cm
Preis: 15,99 Euro (inklusive Rechtschreibfehler und Mehrwertsteuer)

Über Feedack zum Buch freue ich mich sehr!

Probelesen: Virales Marketing - Ohne Geld aber mit Mundpropaganda zum Erfolg

18. März 2009

Idealerweise ist das Produkt schon von Natur aus viral. Wenn nicht, dann muss man es möglichst viral gesalten gestalten.

Man sollte möglichst früh, am besten noch vor der Gründung bzw. der Produkteinführung, überlegen, wie man das Produkt möglichst so gestalten kann, dass es sich viral verbreitet.

Dazu sollte einem klar sein, ob der Nutzen des Produktes von der Anzahl der Nutzer abhängt, also ob das Produkt Netzwerkeffekte inhärent hat. Ja? Umso besser! Nein? Dann sollte zumindest die Rolle des Nutzers möglichst passiv sein, damit es zu einer viralen Verbreitung des Produktes kommt.

Unabhängig von den Netzwerkeffekten, sollte einem klar sein, wenn man viral wachsen möchte, inwiefern der Nutzer aktiv werden muss. Wie im Kapitel „Was ist Virales Marketing?“ bereits erklärt, gibt es aktives und passives Virales Marketing.
Kann man das Produkt bzw. den Dienst so gestalten, dass es sich allein durch die Nutzung verbreitet, wie im Hotmail Beispiel? Ja? Sehr gut! Nein? Dann ist wohl die Hilfe der Nutzer notwendig. Diese müssten aktiv werden und den Dienst weiterempfehlen, damit es zu einer viralen Verbreitung kommt. Dafür ist die Arbeit mit den Botschaftern sehr wichtig.

Abhängig von den Netzwerkeffekten und der Rolle des Nutzers kann man seine Geschäftsidee bzw. sein Dienst in folgende Matrix eintragen:

Viral Marketing Matrix

Viral Marketing Matrix

Produkte bzw. Dienste, die man wie Amazon unter (1) einordnen kann, profitieren zum einen nicht von Netzwerkeffekte und zusätzlich muss der Nutzer auch noch aktiv werden, damit sich der Dienst über Mundpropaganda verbreitet. Hier findet man viele klassische Onlineshops wieder. Wenn man stärker viral wachsen will, muss man versuchen aus dieser Ecke herauszukommen. Das ist vielleicht nicht mit jedem Produkt möglich, aber im Buch wird beschrieben, wie es in manchen Fällen doch funktioniert. :-)

Mein Buchprojekt II

17. März 2009

Wie veröffentliche ich mein Virales Marketing Buch?. Als eBook wäre es am einfachsten. Aber eBooks lese ich selbst ungern, weil ich oft genug am Computer sitze und froh bin, wenn ich das nicht muss. Ich habe da dann doch lieber ein richtiges Buch und ich weiß von vielen Menschen, dass sie genauso denken.

Also als Print-Buch veröffentlichen: Ich habe mich aber bewusst gegen einen klassichen Verlag entschieden da:
1. bei vielen Verlags-Häusern muss man als Autor erst mal zahlen, bevor die einen vermarkten
2. verdient der Verlag an dem Buch dann auch noch Geld und damit wird es teurer und
3. sehe ich kaum einen Mehrwert durch den Verlag. Bei so einem Nischenbuch wie meinem wird sich den ihr Marketing und PR in Grenzen halten. Da mache ich das doch lieber selbst mit voller Leidenschaft.

Dann habe ich mir einen Dienst gesucht, bei dem ich mein Buch selbst veröffentlichen kann und bin auf BOD (Books on Demand) gestoßen. BOD druckt das Buch nur bei Bestellung. Aber man erhält eine ISBN Nummer und dadurch gelangt das Buch sowohl in den stationären Buchhandel als auch in den Online Buchhandel (auch bei Amazon und Bookya ☺ )

Wäre noch die Frage des Preises. Also reich werden will ich mit dem Buch nicht. Aber für den Aufwand soll es schon einen kleinen Ertrag geben. Ich habe mal bei Amazon.de „Virales Marketing“ eingeben und mir die Bücher angeschaut und mir ist aufgefallen, dass diese ziemlich teuer sind. 21,80 Euro, 34,90 Euo, 48 Euro, 68 Euro, 69 Euro. Dann gibt es noch zwei interessante Bücher. Eines hat 28 Seiten und kostet knapp 12 Euro und eines 76 Euro und kostet knapp 15 Euro. Ich denke dass ein Preis zwischen 15 und 20 Euro ein fairer ist. Also habe ich mit für 15,99 Euro entschieden. ☺ Passt doch oder? Ich denk dafür bekommt man auch einen echt guten Inhalt.

Morgen stelle ich einen kurzen Artikel aus dem Buch vor, in dem es um die Viral Marketing Matrix geht.

Mein Buchprojekt I

16. März 2009

Ich hatte ja schon vor einigen Wochen angekündigt ein kleines Buch zum Thema Virales Marketing zu veröffentlichen. Warum?
1. Seit ich mich mit Internet Geschäftsmodellen beschäftige, interessiere ich mich für Virales Marketing. In meinen Augen sind die Geschäftsmodelle am interessantesten, die viral wachsen und wenig oder kein Geld für Werbung ausgeben müssen.
2. Habe ich meine Diplomarbeit zu dem Thema Virales Marketing von Social Networks geschrieben und viele Bücher zu dem Thema gelesen. In der Theorie kenne ich mich nun bestens aus.
3. Habe ich mich im letzten Jahr mit vielen Experten zu dem Thema unterhalten und kenne nun auch die praktische Seite.

Der Titel des Buches lautet: „Virales Marketing – Ohne Geld aber mit Mundpropaganda zum Erfolg“. Das Buch habe ich kurz gehalten (Taschenbuch mit ca. 100 Seite und gutem line space ;-) ). Ich finde kurze, knackige und prägnante Bücher immer am besten. Da bleibt bei mir am meisten hängen. Ich finde aber, dass das Buch inhaltlich auf keinen Fall zu kurz kommt. Mein Ziel war es folgende Fragen sowohl theoretisch als auch praktisch zu beantworten:
1. Was ist Virales Marketing?
2. Wie funktioniert Virales Marketing?
3. Wie setzt man Virales Marketing um?
4. Was kann man von erfolgreichen Unternehmen bezüglich Virales Marketing lernen? Dabei handelt es sich um Praxisbeispiele aus dem  E-Commerce (MyMuesli, Brands4friends), Marktplätze (eBay, Absolventa) und Social Networks (StudiVZ, Xing).

Im zweiten Teil werde ich schreiben, wie ich das Buch veröffentlichen werde.